Eine nachhaltige Uni? Das Green Office im Interview

Logo: Green Office

Nachhaltigkeit ist in aller Munde – doch was bedeutet das eigentlich für eine Universität? Was macht die Uni Hildesheim jetzt schon dafür und was ist zukünftig geplant? Julia Witter ist Koordinatorin des Nachhaltigkeitsbüros Green Office der Uni Hildesheim und hat mir in einem Gespräch meine Fragen beantwortet. Wofür das Green Office steht, welche tollen Projekte sie begleiten und wie Studierende davon profitieren können, erfährst du hier im Beitrag.

,,Negative Umweltwirkungen reduzieren und dadurch Emissionen, Energie und Kosten sparen ist für alle eine Win-Win Situation“, sagt Julia. Die Motivationen, die Nachhaltigkeit an der Uni voranzutreiben, sind so vielfältig wie die Personen, die sich dabei engagieren. „Wir orientieren uns am internationalen Green Office Model, das hat mehrere Bausteine. Neben Governance, also Steuerung und Führung der Organisation „Universität“, spielen dabei auch Lehre und Forschung sowie der eigentliche universitäre Betrieb eine Rolle“, erklärt Julia. Nachhaltigkeit soll zukünftig immer und überall mitgedacht werden. Zusammen mit Studierenden und Mitarbeitenden der Uni werden in gemeinsamen öffentlichen Sitzungen, Runder Tisch genannt, Ideen gesammelt und gemeinsam Maßnahmen entwickelt. „Jede_r der Uni kann an den Treffen teilnehmen und sich engagieren, wir freuen uns über viele Ideen“, sagt Julia.

Das Team des Green Office: Unsere Mission

„Studierende und andere Mitglieder der Universität Hildesheim bei der Gestaltung eines Wandels hin zu einer nachhaltigen Universität Hildesheim unterstützen, das ist unsere Mission“, so Julia. Das Team besteht aus 2-3 hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und 8 studentischen Hilfskräften. Bei rund 10.000 Uni-Mitglieder_innen gibt es jede Menge zu tun: Neben den großen Themen wie beispielsweise Emission oder auch Verpflegung, ist vor allem der Bereich Mobilität ein wichtiges Thema. Dafür ist die Klimaschutzmanagerin Katalin Kuse seit Mai 2021 neu im Team dabei.

„Gerade an einer Universität werden Multiplikator_innen ausgebildet. Zukünftige Forschende und vor allem Lehrkräfte haben direkten Einfluss auf die Sensibilisierung kommender Generationen. Das hat einen großen gesellschaftlichen Effekt“.

Julia Witter

Viele Projekte sind jetzt schon sichtbar und nutzbar

Ich frage mich, wo und wie ich Nachhaltigkeit in der Uni eigentlich sehen kann. „Durch unsere vielen starken Kooperationen sind wir permanent im Austausch und wir haben schon viel umsetzen können“, sagt Julia. Mir ist bei einem Spaziergang auf dem Hauptcampus zum Beispiel die Fahrrad-Reparaturstation aufgefallen. „Genau – diese haben wir zusammen mit dem Baudezernat aufgestellt. Dort findet ihr eine Reparaturstation inklusive Luftpumpe. Für Studierende finden auch kostenlose Reparatur-Workshops statt,“ ergänzt Julia.

Wir sind Fairtrade University. Abb.: Fairtrade Deutschland e.V.

Nachhaltigkeit steht zunehmend auf der Agenda: Neben einem studentischen Forschungsjournal, einem Nachhaltigkeitspreis für Abschlussarbeiten und der Zertifizierung als Fair-Trade-University, zeigt sich das Green Office an vielen Stellen, auch in den Uni Gebäuden: z.B. mit dem Projekt „Treppe statt Fahrstuhl“, „Energiesparen“ und dem Projekt „Abfalltrennen und -vermeiden“. Zudem gibt Julia auch ein Seminar über „Nachhaltiges Handeln im Studierendenalltag“. Ich erinnere mich noch an ein Campus-Fest, da konnten alle Gäste spielerisch den eigenen ökologischen Fußabdruck ermitteln. „Vielleicht sind nach Corona auch wieder Kleidertauschpartys zusammen mit dem Studentenwerk machbar“. Auch interessant: mit dem Projekt „You Goal – Your Action“ werden nachhaltige Ideen in der Umsetzung durch das Green Office unterstützt. „Im Wintersemester bieten wir zusammen mit dem Kulturbüro des Studentenwerks Upcycling- Workshops an: Hier können Teilnehmende Körbe flechten, Buch- oder Kränzebinden lernen.”

Die Uni als Vorreiter

2015 ist das Green Office als Projekt gestartet und wurde bereits 2018 fester Bestandteil der Uni. So war das Green Office Hildesheim eins der ersten Nachhaltigkeitsbüros an deutschen Hochschulen. ,,Heute bekommen wir viele Anfragen von anderen Universitäten. Dort bilden sich gerade viele neue Nachhaltigkeitsbüros“, erklärt mir Julia.

„Eine Besonderheit an der Uni Hildesheim ist, dass dafür schon früh Ressourcen zur Verfügung gestellt wurden und weiterhin werden. Damit leistet die Uni Hildesheim einen großen und wichtigen Beitrag“.

Julia Witter

Weitere Infos und Kontakte findest du auf der Webseite: https://www.uni-hildesheim.de/greenoffice/.

Damit du nichts mehr verpasst, schau dir auch den Instagram-Kanal des Green Office an.

Ich hoffe der kurze Einblick hat dir gefallen. Du hast eine Idee oder wünschst dir ein Thema im Blog? Dann schreib uns deinen Vorschlag in die Kommentare!

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