Studieren – wie geht das eigentlich?

Wohin soll es hingehen? Bild: Alex

Teil 4: Berufsorientierung

Und was wirst du später mal? – Ein Leitfaden zur Berufsorientierung

Ob gerade erst am Anfang oder schon mittendrin – als Student_in werden wir oft mit der gleichen Frage konfrontiert: „Was machst du später mit deinem Studium?“ Oft weiche ich dieser Frage nicht nur deswegen aus, weil sie nervig ist, sondern auch, weil ich nicht jedes Mal aufs Neue mit der Tatsache konfrontiert werden will, dass ich es selbst noch gar nicht weiß. Vor allem bei Studiengängen ohne ein klares Berufsfeld wie Lehrer_in oder Jurist_in fällt eine eindeutige Antwort schwer. Doch früher oder später kommt der Zeitpunkt, ins Berufsleben einzusteigen. Ich habe mit Anna-Elise Aupperle, Leitung des Career Service der Uni Hildesheim, gesprochen, um erste Anhaltspunkte zur Berufsorientierung in Erfahrung zu bringen. In diesem Beitrag kannst du nachlesen, was du bereits während deines Studiums tun kannst, um dich auf deinen zukünftigen Traumjob vorzubereiten – auch wenn du diesen vielleicht noch gar nicht kennst – und wie die Uni dich dabei unterstützt. Los geht’s…

1. Berufsorientierung – Die Basics

Du weißt noch überhaupt nicht, wo es mal hingehen soll? Damit bist du nicht alleine! Anna-Elise Aupperle ist Beraterin in der ZSB und leitet den Career Service der Uni Hildesheim. Dort unterstützt sie Studierende unter anderem bei der Berufsorientierung: „Es gibt keine Patentlösung, denn jeder Mensch und jede Situation ist einzigartig. So ist auch die Berufsorientierung ein individueller und komplexer Entscheidungsprozess,“ so die Beraterin.

„Es ist wichtig, bei sich selbst anzufangen“, erklärt sie weiter und nennt mir einige Beispielfragen, die zum Nachdenken anregen: „Was bist du dir wert? Wie soll deine Zukunft aussehen? Was möchtest du in der Welt bewirken? Ist der Beruf für dich Mittel zum Zweck, um Geld zu verdienen oder soll dieser erfüllend sein? Möchtest du auf dem Land ein Haus bauen oder in einer Großstadt leben?“ Bei der Berufsorientierung geht es also ganz konkret um deine Vorstellungen, Wünsche und Träume. „Ich unterstütze Ratsuchende im ersten Schritt oft damit, indem ich Fragen stelle und helfe, sich selbst zu reflektieren“, beschreibt sie die ersten Schritte eines Beratungsgesprächs.

2. Praktische Erfahrungen sammeln

Im Beruf sind oft deine praktischen Fähigkeiten und Erfahrungen gefragt. In einem Praktikum bekommst du die Gelegenheit, eines deiner möglichen Berufsfelder näher kennenzulernen und deine Fähigkeiten zu trainieren. Während eines Praktikums erkennst du auch, welche Bereiche des Studiums für die Praxis relevant sein können. Außerdem ist das eine Art Testlauf, bei dem du den gesamten Prozess von der Bewerbung, über das Vorstellungsgespräch, bis zur praktischen Arbeit durchläufst und anschließend auch ein Arbeitszeugnis erhältst. Was mir in meinen Praktika immer geholfen hat: Notizen machen! Ich habe damals eine Art „Journal“ geführt. Darin habe ich festgehalten, was ich über das Berufsfeld, über die Arbeit im Büro oder über die Arbeit im Team gelernt habe. Das hat mir bei der Reflexion geholfen und ich kann noch heute in dieses Notizheft schauen. Dabei kannst du dann auch weiterdenken und dich fragen, was du auf andere Bereiche übertragen kannst. Oft musst du ohnehin einen Praktikumsbericht schreiben, aber es lohnt sich, den Bericht nicht nur als nervige Hausaufgabe anzusehen, sondern wirklich daraus für deine Zukunft zu lernen.

„Häufig gehen Studierende und Studieninteressierte davon aus, dass praktische Erfahrungen ausschließlich in Praktika erworben werden können. Es gibt aber viel mehr Möglichkeiten“, erklärt sie mir. Du kannst dein Studium dafür nutzen, dich in verschiedenen Bereichen auszuprobieren, an Projekten teilzunehmen und über den „Tellerrand“ zu schauen. Wenn sich also eine Möglichkeit für praktische Projekte ergibt: Mach es! Neben Praktika können dir z.B. auch Nebenjobs, Hilfskraft-Tätigkeiten und auch ehrenamtliche Arbeit oder Mitgliedschaften in Fachschaften oder anderen Organisationen berufsrelevante, praktische Erfahrungen bieten. Falls du einen Nebenjob suchst, klick dich mal in die Jobbörse des Career Service rein.

3. Eigene Kompetenzen erkennen

Versuche, dir schon im Studium bewusst zu machen, was du schon kannst und was du noch erlernen möchtest. Erkenne deinen Wert. Das ist auch ein großes Anliegen des Career Service: „Wir möchten Studierenden dabei helfen, selbstbewusst mit ihrem Wissen und ihren Skills umzugehen, ihre Kompetenzen richtig zu vermarkten und sich problemlos neue Berufsfelder zu erschließen.“ Weitere Fähigkeiten kannst du z.B. auch über die Fächerübergreifenden Schlüsselkompetenzen lernen. Das wechselnde Programm bietet Studierenden eine Palette an Kursen und Workshops. Nimm auch deinen Studiengang unter die Lupe. Was macht dein „Fach“ oder deinen Studiengang besonders? Was machen Leute, die das Gleiche studiert haben? Informiere dich, was ehemalige Studierende (Alumni) deiner Uni so treiben. Auf der Webseite und dem Instagram-Kanal des Career Service findest du Interviews und Erfahrungsberichtete vieler Alumni.

Du kannst dich aber auch gezielt zu bestimmten Berufen und Tätigkeiten informieren. Die Steckbriefe der Studiengänge beinhalten oft eine Auflistung möglicher Tätigkeitsbereiche. Mein Tipp: Vielleicht suchst du dir Stellenausschreiben deiner Traumjobs im Internet, um zu sehen, welche Abschlüsse, Fähigkeiten und wie viel Vorerfahrungen du mitbringen musst. So kannst du schnell prüfen, was du noch lernen müsstest und vielleicht sogar sehen, wie viel du schon erreicht hast!

4. Kontakte knüpfen        

Während deines Studiums lernst du viele Menschen kennen. Sei es durch Praktika, Nebenjobs oder deine Mitstudierenden. Das Zauberwort hier heißt Netzwerken! Du kannst z.B. auch Leuten und Unternehmen auf Instagram, Twitter oder Youtube folgen und dich inspirieren lassen. Darüber hinaus gibt es berufs- oder branchenspezifische Verbände und Netzwerke. Hier bekommst du jede Menge Insider-Wissen! Aber auch Jobplattformen wie Xing oder LinkedIn bieten verschiedene Gruppen an, in denen du dich mit anderen Berufseinsteiger_innen und „alten Hasen“ austauschen kannst.

5. Wege in den Beruf

„Schon als Studieninteressierte_r oder „Ersti“ lohnt es sich, sich Gedanken zu machen, wo es später mal hingehen soll“, erklärt sie. Die verschiedenen Hochschulabschlüsse qualifizieren dich im Berufsleben für verschiedene Posten und Tätigkeiten. Je nachdem was du später arbeiten möchtest, benötigst du einen Bachelor- oder Master-Abschluss. Nicht immer ist ein Master-Abschluss zwingend erforderlich, um im Berufsleben langfristig glücklich zu sein. Wenn du beispielsweise promovieren möchtest, ist ein Master-Abschluss unabdingbar. Auch für Tätigkeiten mit viel Verantwortung wird oft ein Master-Abschluss vorausgesetzt. Ich wollte zum Beispiel nach meinem theoretisch-wissenschaftlichen Bachelorstudium in Anglistik einen Master mit mehr Praxisbezug machen. So kam ich an die Uni Hildesheim, um Medientext und Medienübersetzen zu studieren.

Hast du vielleicht eine innovative Idee und möchtest dich selbstständig machen? Oder vielleicht willst du ja ein eigenes Unternehmen gründen? Auch dabei unterstützt dich die Uni. Bei der Kompetenzwerkstatt für Entrepreneurship und Transfer (kurz KET) kannst du dein Geschäftsvorhaben weiter ausarbeiten. 

6. Create your Career – Berufseinstiegswoche im Juni!

Der Career Service der Universität Hildesheim veranstaltet vom 21. bis 26. Juni 2021 die Berufseinstiegswoche „Create your Career“. Kooperationspartner_innen aus der Universität Hildesheim und dem Hildesheimer Umfeld bieten dabei ein vielfältiges Programm rund um das Thema „Übergang Studium – Beruf” an. Es stellen sich Unternehmen aus der Region vor und du kannst an individuellen Unterstützungsangeboten oder dem vielfältigen Workshopangebot teilnehmen. Ich bin dieses Jahr auch als Teilnehmer dabei und freue mich besonders auf das Online-Seminar „XING und LinkedIn als Basis für die zukünftige berufliche Karriere“. Hier kannst du dich durch das Programm klicken.

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