Mein Praktikum im Ausland – rund 10.000 km zwischen Finanzierung und Abenteuer

Weltkarte mit pinkem Fähnchen auf Ecuador. Darüber deutscher Reisepass und Sonnenbrille. Foto: Ineke

Gegen Ende meines Bachelor-Abschluss 2018 im Studiengang Internationale Kommunikation und Übersetzen in Hildesheim war ich unschlüssig: Soll ich direkt ein Master-Studium dranhängen oder lieber in die Arbeitswelt einsteigen – ich war mir unsicher, denn ich wollte gerne etwas Praktisches machen und mein erlerntes Wissen direkt anwenden.  Warum also kein Auslandspraktikum? Ein Praktikum war ohnehin für Anfang des Jahres geplant, ideal also, um sich danach noch kurzfristig für das kommende Wintersemester in einen Masterstudiengang einschreiben zu können. Es schien mir die perfekte Möglichkeit, um zwischen Arbeit und einem Masterstudium abzuwägen und gleichzeitig etwas Gutes für meinen Lebenslauf zu tun – Also ab ins Ausland. Süd- und Mittelamerika fand ich schon immer interessant und um mein Spanisch aufzubessern, führte es mich in das rund 10.000 km entfernte Ecuador. ¡Adiós, amigos! Ziemlich utopisch, zumindest zurzeit. Aber wir geben die Hoffnung nicht auf, dass Reisen und Auslandserfahrungen in ferner Zukunft wieder möglich sein werden. Wie ich die Suche nach einem Praktikumsplatz im Ausland angegangen bin und die Zeit in Ecuador finanziert habe, habe ich dir hier zusammengefasst.

Ausland – aber wo?

Da ich ein Faible für das Spanische und Lateinamerika habe und gerne meine Sprachkenntnisse ausbauen wollte, kam für mich zu der Zeit auch nur Lateinamerika in Frage. Nun ist Lateinamerika ja nicht gerade klein und ich hätte mich wahrscheinlich einfach überall initiativ beworben, bis mir das International Office der Uni in den Sinn kam. 

Das International Office unterstützt

Also schaute ich auf der Plattform für Praktika im Ausland auf der Homepage des International Office (kurz genannt IO) der Uni Hildesheim vorbei. Neben vielen Angeboten in europäischen Ländern, wurde ich direkt aufmerksam auf eine Praktikumsausschreibung in Guayaquil, Ecuador. Es wurde ein Praktikant oder eine Praktikantin für das Deutsche Honorarkonsulat gesucht. Wow, dachte ich mir. Das passt ja wie die Faust aufs Auge – also bewarb ich mich. Nach einem lockeren, freundlichen Bewerbungsgespräch auf Spanisch und einer schnellen Zusage, ging es schon um die Planung. Es blieb nicht mehr viel Zeit, aber genug, um sich um das Wesentliche zu kümmern. Eine Praktikumszusage im Ausland ist ja schön und gut, aber wie finanziere ich das Ganze überhaupt?

Nach der Zusage geht es ans Eingemachte – die Finanzierung

Die Chance auf ein Stipendium solltest du dir niemals nehmen lassen, denn wer nicht wagt, der/die nicht gewinnt. Auf der besagten Homepage des International Office findest du bei „Praktikum im Ausland“ neben Praktikumsangeboten und Erfahrungsberichten auch Finanzierungsmöglichkeiten. So gibt es zum Beispiel Finanzierungsprogramme für Praktika innerhalb oder außerhalb Europas. Wichtig bei den Stipendien und Finanzierungsprogrammen ist allerdings, dass du weiterhin an einer Uni oder Hochschule eingeschrieben sein musst, weil diese ein spezielles Angebot für Studierende sind. Ich bewarb mich beim DAAD, dem Deutschen Akademischen Austauschdienst, für ein Kurzstipendium (also maximal drei Monate) „für Praktika in deutschen Außenvertretungen, Internationalen Organisationen, Deutschen Schulen im Ausland oder Deutschen Geisteswissenschaftlichen Instituten im Ausland“. Ein bisschen viel Schreibkram und Bürokratie später bekam ich eine Zusage und somit einen Fahrtkostenzuschuss und eine Förderung für den Aufenthalt in Ecuador. Die Höhe der Finanzierung hängt immer vom Zielland ab und wird länderspezifisch berechnet. Aus meiner Erfahrung heraus kann ich sagen, dass jeder und jede ein Stipendium für das Ausland erhält, solange er/ sie alles rechtzeitig einreicht. Du musst also keine besonderen Leistungen o.Ä. in deinem Studium erbracht haben, um finanziell gefördert zu werden. Die Bewerbung lohnt sich definitiv und ich musste dem DAAD als „Entschädigung“ lediglich einen kurzen Erfahrungsbericht nach meinem Praktikum präsentieren.

Eine einmalige Erfahrung

Heißluftballon zwischen zwei Wolken. Illustration: F. Olsson

Die Zeit in Ecuador war einmalig und ich bin sehr daran gewachsen. Nicht nur durfte ich einen Einblick in den Arbeitsalltag in einem Honorarkonsulat bekommen, sondern auch kulturell und sprachlich in eine neue Welt abtauchen. Klar begegnest du einigen Hürden und Sprachbarrieren, aber letztendlich nimmst du so viel daraus mit und wirst dazu ermutigt, über deine eigenen Grenzen zu gehen. Das Praktikum hat mir außerdem bei meiner Entscheidung, einen Master zu machen und damit meine Kenntnisse auszubauen, geholfen. Nicht, weil mir das Arbeitsleben nicht gefallen hat, sondern, weil mein Wissensdurst noch nicht gestillt war. Ich möchte diese Erfahrung auf keinen Fall missen und würde jedem einen Auslandsaufenthalt wärmstens ans Herz legen, sei es in Form eines Praktikums
oder Auslandssemesters. Auf dass die Pandemie es eines Tages wieder zulässt.

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