„Am Ende reißen sich mit etwas Glück die Unternehmen um dich“ – Wirtschaftsinformatik studieren an der Uni Hildesheim

Auf einem Schreibtisch sind ein Teil eines Laptops, eine Tastatur, Bildschirm und eine Festplatte zu sehen
Foto: Jule

Obwohl ich täglich mehrere Stunden an Laptop und Handy verbringe, habe ich keine Ahnung, wie das alles funktioniert. Meine einzige Verbindung zur Informatik war die zehnte Klasse, in der wir etwas mit HTML gemacht und mit „Wenn…dann“-Befehlen ein „Computerspiel“ erstellt haben. Mehr Ahnung in dem Bereich hat Marcel, mit dem ich über die Informatikstudiengänge, seine Erfahrungen und den heutigen World Backup Day gesprochen habe.

Marcel hat an der Uni Hildesheim den Bachelor Wirtschafsinformatik studiert und aktuell den Master Angewandte Informatik begonnen. Neben seinem Studium engagiert er sich in der Hochschulpolitik und Fachschaft und hat schon mit einigen Unternehmen zusammengearbeitet.

„Ich bin in der Schulzeit schon immer ein bisschen der Informatiker gewesen. Wenn Lehrer_innen Probleme mit dem PC hatten, bin ich hingegangen und habe das gerichtet.“ Trotzdem wollte Marcel sich mit dem Bachelorstudium noch nicht auf Informatik oder einen bestimmten Bereich daraus festlegen. „Ich wollte etwas studieren, dass mehr in die Breite geht. Da ich damals zwischen Hildesheim und Hannover wohnte, habe ich mich für Wirtschaftsinformatik an der Uni Hildesheim entschieden. Weitere Gründe für ein Informatik-Studium sind natürlich auch die guten Arbeits- und Verdienstaussichten. Am Ende reißen sich mit etwas Glück die Unternehmen um dich.“

Marcel gefällt an der Uni Hildesheim besonders die Größe. „Es ist familiär und die Atmosphäre ist sehr entspannt. Wir sind in meinem Studiengang über Discord vernetzt und es ist immer möglich, sich einzubringen. Außerdem ist das Verhältnis zu den Dozierenden sehr gut.“ 

Der Studiengang Wirtschaftsinformatik ist interdisziplinär und klar strukturiert. Die Möglichkeit, eigene Schwerpunkte zu setzen, ist nur begrenzt gegeben. „Wir beschäftigen uns mit dem Bereich Wirtschaftsinformatik, also beispielsweise Geschäfts- und Prozessmanagement, Big Data und Informationssysteme, aber auch mit Marketing und Routenplanung aus dem BWL-Bereich. Dann gibt es natürlich noch die Informatik. Vorkenntnisse brauchst du übrigens nicht. Dir sollte nur bewusst sein, dass du um Mathe nicht herumkommst. Das ist auch ein großer Teil des Studiums.“ In der Informatik können Seminare aus den Bereichen Künstliche Intelligenz (KI), Data Analytics und Software Engineering gewählt werden. „Ich würde sagen, unsere Uni ist in allen Bereichen gut aufgestellt, aber gerade Software Engineering ist im Umkreis einzigartig.“ Der Bachelor Wirtschaftsinformatik deckt verschiedene Themen und Bereiche ab. Deshalb rät Marcel: „Wenn du dich auf ‚typische‘ informatische Inhalte spezialisieren möchtest, solltest du vielleicht eher Angewandte Informatik studieren. Ich habe während des Studiums herausgefunden, dass das eher meine Richtung ist und mich deshalb für den entsprechenden Master entschieden.“

Auch die Praxis kommt nicht zu kurz. Während des Studiums gibt es ein verpflichtendes Wirtschaftspraktikum. „Dort können wir das Gelernte dann in der Praxis ausprobieren und Einblicke in ein Unternehmen bekommen.“ Außerdem gibt es im Studiengang Wirtschaftsinformatik zwei und in Angewandter Informatik drei Programmierpraktika, also praktische Seminare, in denen zum Beispiel Programmiersprachen oder Datenbankanwendungsentwicklung gelernt werden. „Obwohl ich im Studium schon einen hohen Praxisanteil sehe, ist es natürlich immer noch ein Studium an einer Universität und keine Ausbildung. Theorie ist also ebenfalls ein großer und wichtiger Bestandteil. Gerade der Bereich des Software Engineering ist eine eher praxisnahe Disziplin, da viel darüber gesprochen wird, wie und warum bestimmte Dinge in Unternehmen Anwendung finden. Der Bereiche KI ist hingegen eher theoretisch – und mathematisch.“

Ich habe Marcel auch zum World Backup Day befragt. Das Thema Datensicherung ist eigentlich kein Bestandteil des Studiums. „Auch wenn Backups sehr unbeliebt und für manche vielleicht auch nervig sind, sind sie doch sehr wichtig. Ich musste schon so viele Abschlussarbeiten wiederherstellen. Besonders wichtig sind übrigens auch Recovery Tests, also zu überprüfen, ob sich das Backup wiederherstellen lässt.“  

Vielen Dank an Marcel für seine Zeit und die Einblicke in sein Studium!

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