Mit der Uni ins Kino – eine Studienexkursion zum DOK Leipzig

Endlich – Das erste Semester in Präsenz seit eineinhalb Jahren steht vor der Tür und noch vor der ersten Vorlesungswoche findet die Exkursion zum DOK Leipzig statt – ebenfalls endlich wieder vor Ort! Im Beitrag „Auf Exkursion vom Bett an den Schreibtisch“ hatte Sonja dir bereits von ihrer Online-Exkursion zum Theaterfestival Augenblick mal! berichtet. Wie ich meine Studienfahrt zum Filmfestival erlebt habe und was es mit dem DOK auf sich hat, erfährst du hier.


Das DOK Leipzig ist eines der bedeutendsten Filmfestivals im deutschsprachigen Raum für internationale Dokumentar- und Animationsfilme. Mit keiner der beiden Filmgattungen hatte ich mich in meinem bisherigen Studium näher auseinandergesetzt, weder in meinem Bachelor in Mainz (Filmwissenschaft), noch in den zwei bereits hinter mir liegenden Semestern meines Masters Inszenierung der Künste und der Medien. Daher dachte ich, es sei eine tolle Gelegenheit, sich diesen neuen Gebieten anzunähern, als ich in der Liste der fürs Wintersemester angebotenen Veranstaltungen das Seminar „Fragen an den aktuellen Dokumentarfilm“ mit daran gekoppelter Exkursion zum DOK fand. Nach erfolgter Zulassung zum Seminar erhielten meine Kommiliton_innen und ich die Möglichkeit, uns über die Uni für das Festival zu akkreditieren. Die Akkreditierung ist sozusagen eine Anmeldung als Besucher_in des Festivals, die in der Regel exklusiv professionellen Branchenvertreter_innen und der Presse vorbehalten ist. Dazu zählen neben den Filmemacher_innen, deren Filme im Rahmen des Festivals gezeigt wurden, beispielsweise auch Studierende entsprechender Fachrichtungen, die dadurch freien Zugang zum gesamten Filmprogramm inklusive Online-Stream erhielten. Die Kosten für die Akkreditierung sowie einen Teil der Reisekosten trug dabei die Uni Hildesheim und der personalisierte Festivalausweis diente zugleich als 2G-Nachweis, weshalb wir beim Kinoeingang die Corona-Kontrollen angenehmerweise immer einfach umgehen konnten.

Durch den Seminarkontext hatten wir vor Ort ein verpflichtendes Rahmenprogramm:
zum einen hatte unsere Dozentin einige Filme ausgesucht, die wir uns im Laufe der Tage gemeinsam ansahen. Außerdem hatten wir als vorbereitende Hausaufgabe einige Texte zu Theorien des Dokumentarfilms zu lesen, auf deren Basis wir jeden Morgen in einer eineinhalbstündigen Seminarsitzung die gemeinsam gesichteten Filme besprachen. Darüber hinaus konnten wir unsere Zeit in Leipzig frei gestalten und die Filme aussuchen, die uns persönlich interessierten. Mein Schwerpunkt lag dabei auf den Kurz-Animationsfilmen und -Dokus, die in unterschiedlichen Zusammenstellungen innerhalb des Programms laufen.

Natürlich mussten wir auch eine Studienleistung erbringen, wir waren ja nicht zum bloßen Vergnügen da. Dabei hatten wir die Wahl, ob wir sechs Kurzkritiken zu Filmen unserer Wahl verfassen oder einen umfassenden Festivalbericht, in dem wir unsere Eindrücke des gesamten Festivals schildern. Ich entschied mich für die Kritiken, denn durch eine Kooperation mit critik.de bestand die Chance, dass einige unserer schon während des Festivals angefertigten Texte dort veröffentlicht werden. Zu meiner großen Freude wurden am Ende tatsächlich auch drei meiner Kurzkritiken von der Redaktion ausgewählt und hochgeladen. Vor allem aber die sehr realitätsnahe Erfahrung der Arbeit als Filmkritiker hat mir sehr gut gefallen. Viel Zeit zwischen dem ziemlich durchgetakteten Programm an Filmen blieb ohnehin nicht, schließlich wollte ich möglichst viel sehen, wenn ich schon die Möglichkeit dazu hatte. Und so hetzte ich in den Pausen zwischen zwei Filmen meist nur von einem Kino ins nächste, verpasste zu meinem großen Bedauern weitestgehend die letzten Strahlen der Oktobersonne, Essen gab es meist nur während ich durch die Straßen Leipzigs eilte – viel Zeit, das Gesehene angemessen zu verarbeiten blieb kaum und jede freie Lücke des Tages nutzte ich zum Schreiben… ein anstrengender Trip war es, ohne Zweifel, doch zugleich auch ein unvergleichbarer Rausch, an dem ich großen Gefallen hatte. Überdies wollte ich keinesfalls die Gelegenheit versäumen, einige in Leipzig lebende Freunde zu treffen, und so saß ich fast jeden Abend nach der letzten Spätvorstellung noch bis tief in die Nacht in Restaurants und Bars – einerseits eine wirklich willkommene Abwechslung, andererseits opferte ich natürlich kostbaren Schlaf. Nichtsdestotrotz hatte ich alles in allem eine wunderbare Zeit beim DOK Leipzig und kann Exkursionen wie diese nur ausdrücklich empfehlen. Es war meine erste Studienfahrt in Hildesheim und ich hoffe, auch bei der Berlinale-Exkursion im Februar dabei sein zu können. Bis dahin stehen mir und meinen Kommiliton_innen aber noch ein paar nachbereitende Seminarsitzungen bevor, in denen wir unsere Erfahrungen und die Thematik weiter vertiefen – ich bin gespannt!


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