Wege an die Uni – ein Interview

Ein Holzpfeil liegt auf grünen Zweigen.
Ein Wegweiser auf grünen Zweigen. Foto: Luzie

Es gibt viele Leute, die gerne studieren möchten. Wird nach den Voraussetzungen für ein Studium gefragt, ist meistens „Abitur“ die Antwort, womit eigentlich „Allgemeine Hochschulreife“ gemeint ist. Es besteht also noch heute bei vielen Menschen die Vorstellung, dass der Lebenslauf einer Studentin oder eines Studenten so auszusehen hat: Grundschule – Gymnasium – allgemeine Hochschulreife – Studium. Das ist aber nur eine von vielen Möglichkeiten, um studieren zu können. Die Wege an die Uni Hildesheim sind vielfältig und nicht immer linear! Einen anderen Weg an die Uni hat auch Eda genommen. Wenn du wissen möchtest, was sie vor ihrem Studium gemacht hat, wie sie nach Hildesheim gekommen ist und was sie aus ihrem Lebensweg bisher mitgenommen hat, kannst du in diesem Interview nachlesen.

Ein Foto von Eda vor einer blau-gelben Tür
Das ist Eda. Foto: Eda

Eda ist 28 Jahre alt und studiert seit Oktober 2016 an der Uni Hildesheim. Zuerst hat sie ihren Bachelor in Internationales Informationsmanagement (IIM) abgeschlossen und studiert jetzt den Masterstudiengang Informationsmanagement und Informationstechnologie (IMIT). Vor ihrem Studium hat sie schon viele verschiedene Erfahrungen gesammelt. „Nach der Realschule habe ich eine Berufsfachschule in Schleswig-Holstein besucht. Dort habe ich die schulische Ausbildung zur kaufmännischen Assistenz mit Schwerpunkt Fremdsprachen absolviert. Das hat zwei Jahre gedauert. Danach hatte ich die Möglichkeit, an eine Berufsoberschule zu wechseln und habe 2013 mein Abi gemacht.“ Nach ihrem Abitur hat Eda allerdings nicht direkt angefangen zu studieren. „Eigentlich wollte ich zu der Zeit schon an die Uni. Aber ich wusste nie, was ich studieren möchte und wollte mich nicht einfach irgendwo eintragen. Da ich noch kaum Berufserfahrung gesammelt hatte und interessiert an der Tourismusbranche war, habe ich eine Ausbildung begonnen.“ Eda absolvierte also eine Ausbildung als Tourismuskauffrau in einem kleinen Reisebüro. „Ich habe recht schnell gemerkt, dass dieser direkte Kundenkontakt und die Arbeit in einem Reisebüro nicht mein Fall ist. Weil ich ja aber eigentlich schon immer studieren wollte, habe ich mich nach der Ausbildung über Studiengänge informiert, die eher meinen Interessen und Fähigkeiten entsprechen.“

Eda stößt auf den Studiengang IIM in Hildesheim, der ihre verschiedenen Interessen vereint: Technik, Sprache und Kommunikation. Als Nebenfächer wählt sie Informatik und BWL, wodurch sie auf ihren jetzigen Masterstudiengang gekommen ist.

„Das Studium macht mir sehr viel Spaß und ich habe dadurch das gefunden, was ich wirklich machen möchte. Trotzdem bereue ich nicht, die Ausbildung gemacht zu haben. Dort habe ich auch viel gelernt.“

Eda

Die Ausbildung und vorher gesammelten Erfahrungen haben Eda einige Vorteile gebracht: „Ich weiß die Zeit an der Uni viel mehr zu schätzen, ja wertzuschätzen, als ich das vielleicht ohne getan hätte. Ich wusste, wie das Arbeitsleben aussieht und ein Studium bietet, auch wenn es viel Arbeit ist, einfach andere Freiheiten. Die Ausbildung hat mich außerdem persönlich weitergebracht. In der Schulzeit war ich noch eher schüchtern und durch die Erfahrungen und besonders den Kundenkontakt war ich zu meinem Studium viel offener und habe leichter Anschluss gefunden“. Außerdem kannte Eda aus ihrer Arbeit schon verschiedene Strategien zur Organisation, die ihr beim strukturierten Arbeiten geholfen haben.

Natürlich gab es gerade am Anfang Herausforderungen in ihrem Studium: „Mir fiel es anfangs etwas schwer, die Zeit selbst einzuteilen. In meiner Ausbildung und auch in der Schule davor hatte ich immer einen festen Plan, an den ich mich halten konnte. Jetzt musste ich mir diesen Plan selbst erstellen. Auch die Stoffmenge war am Anfang sehr herausfordernd. Es war wirklich viel zu lernen, gerade mit den Grundlagenbüchern. Und die Art des Lernens war ganz anders als in der Ausbildung. Aber mit ein bisschen Routine und den richtigen Lernstrategien habe ich mich schnell daran gewöhnt.“

Während des Studiums hat Eda weitere praktische Erfahrungen gesammelt durch Jobs an der Uni, Werkstudent_innen-Stellen und Praktika. Nach ihrem Master möchte sie ins Berufsleben starten, am liebsten im Onlinemarketing oder in der Webentwicklung.

Für Studieninteressierte, die so wie Eda einen anderen Weg, vielleicht mit Zwischenstationen, an die Uni finden, hat sie abschließend noch folgenden Tipp: „Lass dich nicht entmutigen, wenn etwas nicht auf Anhieb klappt. Alle Erfahrungen, die du auf deinem Weg sammelst, können hilfreich sein. Sei es nur, dass sie dir zeigen, was dir nicht gefällt. Diese Erkenntnis war für mich sehr hilfreich. Nimm dir die Zeit herauszufinden, was du wirklich machen möchtest. Und wenn du weißt, was du willst, dann findest du einen Weg ans Ziel.“

Vielen Dank an Eda für ihre Zeit und ihren spannenden Einblick! Wenn du kein Abitur hast oder andere Vorbildungen, kannst du auf der Seite „Studieren ohne Abitur“ nachlesen, wie dein Weg an die Uni Hildesheim aussehen kann.

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