Studieren – wie geht das eigentlich?

Foto: Alex

In der Artikelreihe Studieren – wie geht das eigentlich? stellen wir dir in fünf Teilen gebündelt unsere Gedanken und Tipps zusammen. Jeden Monat posten wir hier im Blog einen neuen Beitrag dazu. Heute geht es um die Studienfinanzierung.

Teil 2: Wie kann ich mein Studium finanzieren?

Eine der entscheidenden Fragen, die sich viele vor dem Studium stellen werden: Wie finanziere ich das Ganze eigentlich? Kann ich mir ein Studium überhaupt leisten?

Egal, ob du bei deinen Eltern wohnst oder ausziehst, direkt nach dem Abi an die Uni gehst oder bereits berufstätig bist und eine Familie hast: Für ein Studium benötigst du Geld. Semesterbeiträge, Materialien, Bücher, aber auch die Kosten für Wohnen, Essen und Freizeit müssen gedeckt werden. Wer nicht das Glück hat, von den Eltern mitfinanziert zu werden, muss bereits vor Studienbeginn eine Lösung finden. Die Möglichkeiten reichen von verschiedenen Darlehen wie Bildungs- und Studienkrediten, Stipendien über Nebenjobs und Hilfstätigkeiten bis zum Teilzeitstudium und einem Nebenerwerb. Welche Möglichkeiten für dich infrage kommen, ist eine individuelle Entscheidung und hängt von deinen Umständen ab. Hier erhältst einen Überblick:

BAföG (Bundesausbildungsförderungsgesetz)

Um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren, können Studierende einen Antrag auf Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) stellen. Ob und wie viel BAföG gezahlt wird, hängt vom Einkommen der Eltern, des Ehepartners oder Ehepartnerin und auch dem eigenen Einkommen und Vermögen ab. Die Förderbeiträge orientieren sich am Bedarf. Neben dem Grundbedarf gibt es die Wohnpauschale und den Zuschlag für Kranken- und Pflegeversicherung. Darüber hinaus sind Kinderbetreuungszuschläge, Auslands-BAföG oder eine Studienabschlusshilfe in der Prüfungsphase möglich. BAföG musst du bei der zuständigen BAföG-Stelle beantragen. Wenn du also vorhast, in Hildesheim zu studieren, dann reichst du deine Unterlagen auch bei der BAföG-Stelle in Hildesheim ein. Den Antrag kannst du sowohl online stellen als auch auf Papier. Nach dem Studium musst du innerhalb einer vorgegebenen Zeit deine Förderung zu einem gewissen Teil zurückzahlen. Weitere Infos und die Möglichkeit einer Beratung findest du hier beim zuständigen Studentenwerk.

Stipendien

Die nächste Möglichkeit der Studienfinanzierung ist ein Stipendium. Stipendien sind Förderprogramme von Stiftungen, Begabtenförderungswerken und anderen Organisationen. Stipendien richten sich meistens an bestimmte Zielgruppen und setzen soziales oder politisches Engagement voraus. Andere Stipendien richten sich an besonders Begabte oder an Menschen aus unterrepräsentierten Gruppen, z.B. Menschen mit Migrationshintergrund. Wie viel Geld du bekommst, hängt vom jeweiligen Stipendium ab. So kann ein Stipendium sich an der Höhe des BAföG-Satzes orientieren oder nur einige Hundert Euro im Monat betragen. Eine Liste der Stiftungen und Organisationen, die Studierende durch ein Stipendium fördern, findest du hier.

Auch an der Uni Hildesheim gibt es Stipendienprogramme, wie z.B. das Deutschlandstipendium oder das Minerva-Kolleg.

Darlehen für Studierende: Bildungs- und Studienkredit

Bildungskredit: Der Bildungskredit der KFW ist ein Kreditprogramm, das von der Bundesregierung ins Leben gerufen wurde. Damit können Studierende in einer fortgeschrittenen Studienphase ein Darlehen mit günstiger Verzinsung aufnehmen. Diese Finanzierungshilfe können sowohl Bachelorstudierende nach dem ersten Studienjahr nutzen als auch Studierende eines konsekutiven Master- oder Aufbaustudiums. Es kann eine maximale Kreditsumme von 7200 Euro beantragt werden. Die tatsächliche Summe richtet sich nach deinem Einkommen und Vermögen. Hierbei kannst du auswählen, in welcher Höhe die monatlichen Raten an dich ausgezahlt werden (100, 200 oder 300 Euro). Außerdem ist der Bildungskredit mit anderen Finanzierungen kombinierbar (z. B. BAföG).

Studienkredit: Einen Studienkredit können Studierende im Erststudium und konsekutiven Masterstudium in Anspruch nehmen, und zwar unabhängig vom Einkommen und Vermögen. Die monatlichen Förderbeiträge liegen im Bereich zwischen 100 und 650 Euro. Angenommen, du hast einen längerfristigen Nebenjob sicher und möchtest nur einige Hundert Euro zusätzlich im Monat haben – das könntest du mithilfe eines Studienkredits tun. Bundesweite Anbieter von Studienkrediten sind hier die KfW-Förderbank, die Deutsche Bank, die Deutsche Kreditbank (DKB) und die Dresdner Bank. Es gibt aber auch andere Kreditinstitute, die landesweit, regional oder örtlich Studienkredite anbieten. Hier solltest du unbedingt verschiedene Angebote und Konditionen genaustens prüfen und vergleichen. Beachte stets die gesamte Rückzahlungssumme. Da es sich bei dieser Art der Finanzierung um einen Kredit handelt, musst du das Geld später komplett zuzüglich Zinsen (natürlich in Raten) zurückzahlen. Wenn du beispielsweise 650 Euro im Monat bekommst und 3 Jahre studierst, dann hast du mindestens 23.400 Euro Schulden, dazu kommen noch die Zinsen und die Tatsache, dass dein Studium durchaus länger dauern kann. Daher ist es ratsam, diese Möglichkeit nur im Notfall in Anspruch zu nehmen oder, wie oben erwähnt, um dein geringes Einkommen um einige Hundert Euro aufzustocken.

Nebenjob

Wenn keine dieser Varianten für dich infrage kommt, dann bleibt immer noch der gute alte „Nebenjob“. Hier kommt es vor allem auf dich selbst an, wie viel du zum Leben brauchst und wie gut du Arbeit und Studium unter einen Hut bekommst. Manche Studiengänge lassen sich in Teilzeit studieren, sodass du das Studium neben der Arbeit betreibst. Bei einem Vollzeitstudium käme es auf deine Lebenshaltungskosten an. Wenn du beispielsweise 450 Euro im Monat verdienst, dein Kindergeld bekommst und vielleicht noch etwas Unterhalt, dann kann das durchaus schon ausreichen. Natürlich kommt es auch darauf an, wo du studierst. Lebenshaltungskosten und Mieten sind nicht überall gleich. Hildesheim ist im Vergleich zu Frankfurt a. M., München oder sogar Hannover relativ günstig. Der Nachteil liegt in der Zeit, die du dir richtig einteilen musst, denn du musst mit einem Nebenjob mindestens zwei Verpflichtungen nachkommen. Die Vorteile sind, dass du hierbei keine Schulden aufbaust und wertvolle Berufserfahrung sammelst.

Übrigens: Auch an der Uni Hildesheim steht jedes Semester eine Vielzahl an universitären Jobangeboten zur Auswahl, beispielsweise als studentische/wissenschaftliche Hilfskraft. Im Ideal suchst du dir eine Tätigkeit, die eine fachliche Nähe zu deinem Studiengang aufweist. Die Angebote findest du auf den Seiten der Universität unter folgenden Links: Interne Stellenangebote für Studierende und Praktikums- und Jobbörse Career Service (Zentrale Studienberatung). Der Career Service hat auch einen Instagram-Kanal in dem regelmäßig Jobangebote oder Praktika gepostet werden.

Teilzeitstudium

Das eben schon erwähnte Teilzeitstudium ist vor allem für Studierende mit Familie und Berufstätige interessant, richtet sich aber auch an Studierende, die bereits an der Uni eingeschrieben sind. Bei einem Teilzeitstudium halbiert sich der Umfang der Studienleistung und das Studium wird zeitlich gestreckt, du studierst also länger. Die wichtigste Voraussetzung dafür ist, dass der gewünschte Studiengang auch teilzeitfähig ist und deine Lebensumstände mit dem Studienplan zusammenpassen. Diese Fragen musst du vorab in einem Beratungsgespräch mit der jeweiligen Fachstudienberatung klären.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.